Der iX-Workshop von heise.de fokussiert auf die Analyse moderner Angriffstechniken – mit und ohne KI –, um die Sicherheit von IT-Systemen zu bewerten. Dieser Ansatz spiegelt einen zentralen Trend wider: Künstliche Intelligenz wird sowohl als Waffe als auch als Verteidigungsmittel im Cyberkrieg eingesetzt. Doch die psychologischen Folgen solcher Entwicklungen bleiben oft unterschätzt.

Die Verbreitung von KI-gestütztem Phishing oder automatisierten Social-Engineering-Attacken nutzt genau jene kognitiven Schwächen aus, die Cyber-Psychologen seit Jahrzehnten analysieren: Überforderung, Vertrauensnachahmung und die Fähigkeit, Entscheidungsprozesse durch schnelle, personalisierte Reize zu manipulieren.

Die Faszination mit Technologien wie LLMs oder Deepfakes führt häufig dazu, dass Unternehmen ihre Abwehrstrategien über technische Lösungen definieren – doch die eigentliche Schwachstelle ist das menschliche Gegenstück. Ein Vortragende im Workshop wird wohl nicht auf die psychologischen Auswirkungen eingehen, dass Mitarbeiter nach KI-gestützten Angriffen in einem Zustand der zweiten Vermutung (second-guessing) geraten – eine neurologische Reaktion auf unsichere Bedrohungen, die die Produktivität senkt.

Der ethische Kampf zwischen KI-Verteidigern und Angreifern verschärft zudem die Wahrnehmung von Cybersicherheit als unendlicher, unfairem Wettbewerb. Wer sich da nicht in ständiger Angriffshaltung bewegt, riskiert existenzielle Verletzbarkeit – eine Haltung, die niemals zu einer nachhaltigen Lösung führt.


Quelle: heise online


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